Skip to content

Allianz Gruppe mit innovativer Mobile Recruiting Lösung

28. Oktober 2013

Bisher habe ich es in all den Jahren geschafft, in meinem privaten (!) Blog, nicht über meinen eigenen Arbeitgeber und dessen Aktivitäten im Bereich Employer Branding und Recruiting zu sprechen. Aus gegebenem Anlass mache ich jedoch nun eine Ausnahme. Dennoch für alle zur Info: Alle hier getätigten Aussagen stellen meine private Meinung dar, und spiegeln nicht zwangsweise die Ansichten der Allianz wider.

Warum nun also die Ausnahme?

Nun, um die folgenden Ausführungen gleich mal vorwegzunehmen bzw. auf den Punkt zu bringen:

Allianz SE launched the most advanced mobile recruiting system among all DAX-30 companies.

Das ist zumindest meine Behauptung nach eingehender Recherche, was die anderen DAX-30 gelisteten Unternehmen im Bereich Mobile ATS (inkl. Apps) derzeit anbieten. An sich ist das jedoch keine allzu neue Erkenntnis. Die Mobile Recruiting Studie 2013 von ATENTA hat ja wunderbar aufgezeigt, wie der aktuelle mobile Status Quo bei börsennotierten (DAX, MDAX, SDAX) aussieht. Hier soll übrigens kurz der Klugscheißmodus angeworfen werden – ganz speziell für die Jungs von ATENTA: Die Allianz Deutschland AG ist nicht DAX-30 gelistet, sondern die Allianz SE. Erstere ist eine 100%ige Tochter der Holding. :-) So, Modus ist wieder beendet, zurück zum Thema.

Seit dem 02. Oktober 2013 ist nun die globale Mobile-Recruiting-Lösung der Allianz in sechs Sprachen (deutsch, englisch, spanisch, französisch, italienisch und portugiesisch) online, und u.a. unter allianz.com/careers/mobilesearch abrufbar. Die Startseite ist auch gleich eines meiner persönlichen Highlights:

Startseite des Allianz Mobile Recruiting Systems

Startseite des Allianz Mobile Recruiting Systems

Und das aus drei Gründen:

  • Ich LIEBE die Hand, die genau auf das Eingabefeld zeigt ;-)
  • Look & Feel ist tatsächlich „Allianz-ig“
  • Ich denke, wir haben alle für den Sucheinstieg relevanten Kriterien übersichtlich auf einen Screen packen können.

Aber zunächst nochmals zurück auf Los. Wie kam’s dazu? Nun, die Idee, nicht nur unseren Stellenmarkt, sondern gleich ein ganzes eRecruiting-System (in diesem Fall „SAP eRecruiting“) auf mobile Endgeräte zu portieren, hatten wir schon im Frühjahr 2012. Die bekannten Konzern-Prozesse samt der Tatsache, dass der Anbieter-Markt damals (und teilweise heute) noch gar nicht entsprechende Lösungen parat hatten, ließen ein Go-Live des mobilen Allianz ATS aber erst jetzt zu. Die reine Umsetzungszeit belief sich auf schlanke drei Monate (plus After-Go-Live-Testing etc.) – ziemlich flott wie ich finde. Das Zusammenspiel zwischen Fachabteilung, IT und SAP hat hier also wunderbar funktioniert.

Und ja, natürlich kamen wir nicht umhin, im Vorfeld über Sinn und Unsinn von Mobile Recruiting in zahlreichen Meetings und PowerPoint-Slides intern zu referieren. Für mich waren hier drei Argumente entscheidend:

  1. Die globale Karriere-Website der Allianz Gruppe ist bereits mobilfähig (dank des responsive Webdesigns).
  2. Google bestraft alle Webseiten, – und damit eben auch Stellenanzeigen – die nicht mobil optimiert sind.
  3. Die Anzahl verkaufter Smartphones und Tablets übersteigt in Kürze die Abverkäufe traditioneller Desktop-PCs/Laptops (in einigen Ländern ist dies bereits geschehen).

Hat die Einführung einer Mobile Recruiting Solution positiven Einfluss auf KPIs wie z.B. time to hire, fit to hire oder cost per hire? Ich weiß es nicht. Werden sich qualifiziertere Personen bei uns bewerben? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist (und was bei Analyse der Marktdaten keine Rocket Science ist), dass wir ohne einen mobilen Stellenmarkt und mobiles Online-Bewerbungstool massiv an Traffic, und damit an potenziellen Bewerbern, auf mittel- und langfristige Sicht verlieren würden. Und ja, da wären sicherlich auch Kandidaten dabei, die uns als Unternehmen gut zu Gesicht stünden.

Mobile ist in nahezu allen Geschäftsbereichen angekommen. Jogginghose per Amazon-App bestellen? Check. Hotelbewertung per Mobilgerät abgeben? Check. Überweisungen via iOutBank mobil tätigen? Check. Warum, zum Geier, sollten also Jobsuchende nicht nach offenen Stellen per Smartphone und Tablet suchen – und sich dann dort natürlich auch direkt bewerben?! Und bitte denken Sie jetzt nicht daran, auch mobil die ganzen 80 Schritte der bekannten Desktop-Online-Bewerbungsformulare ausfüllen zu müssen!

Liest man sich in die gängigen Studien zu den Wünschen und Erwartungen von Bewerbern in Bezug auf Mobile Recruiting durch (an dieser Stelle sei auf meinen Jobnet.de-Beitrag „Mobile Recruiting – Was sich HR-Beteiligte davon erwarten“ verwiesen), bleiben drei Punkte hängen, die ständig nachgefragt werden:

  1. Mobile Stellensuche
  2. Statusabfrage der bereits verschickten Bewerbungen
  3. Einfaches mobiles Bewerben (z.B. per Senden des Xing-/LinkedIn-CVs oder Parsing).

Für uns also Anlass genug, diesen Bedürfnissen mit unserer Lösung gerecht zu werden.

Was kann also das Mobile Recruiting System der Allianz?

Die Suche

Einfache und erweiterte Suchfunktion

Einfache und erweiterte Suchfunktion

Neben der Startseiten-Suche gibt es auch eine kleine Erweiterung der Suche (die sog. „Advanced Search“). Diese erreicht man automatisch, wenn man nach einer ersten Suche die eingestellten Kriterien ändern möchte. Hier gibt es dann zusätzlich die Möglichkeit, die Stellen nach Ihrem Alter zu filtern.

Die mobile Stellenausschreibung

Naja, die Mobile Job Ad sieht eben aus, wie eine Stellenanzeige nun mal so aussieht ;-) Im Ernst: Sie ist genau das, was sie in einem ersten Schritt sein soll: Übersichtlich, und es steht genau das drin, was für den Bewerber zunächst relevant ist. Und natürlich, in Zukunft kann man sich sicher Gedanken machen, ob und wie man hier Videos integrieren sollte und kann, ob ein Call-Button zum Recruiter oder Hiring Manager der letzte Schrei wäre oder eine interaktive Karte mir den Weg von meinem Zuhause zum Arbeitsort aufzeigt.

Mobile Stellenanzeige der Allianz
Mobile Stellenanzeige der Allianz

Was sehen wir hier im Header-Bereich (von rechts nach links)?

  • Bookmark-Funktion
  • Mail- und Social-Sharing-Optionen
  • Download-Button (lädt die Stellenanzeige als PDF herunter)
  • Job-Melder (ein Klick darauf und man bekommt in Zukunft ähnliche Jobs per Mail empfohlen)
  • … und nun mein Liebling: der „Burger-Button“. Dieser klappt das Menü auf. Dazu später mehr.

Was selbstverständlich sofort auffällt, sind außerdem die beiden blauen Buttons „Bewerbung vorbereiten“ und „Jetzt bewerben„. Während ersterer ein Standard-Element jeder mobilen Stellenanzeige ist, kann der hellblaue Knopf vom jeweiligen Recruiter hinzugefügt werden – je nachdem ob sie/er die Stelle für geeignet hält, um sich dafür per Smartphone/Tablet mobil zu bewerben.

Bei „Bewerbung vorbereiten“ geschieht genau das, was der Button verspricht: Man bereitet seine Bewerbung mobil vor (heißt: man füllt schonmal ein paar Grunddaten wie Name, Adresse, Mail-Adresse, und evtl. schon ein, zwei Einträge bei der bisherigen Arbeitserfahrung aus) und schließt diese am Desktop ab. Hier kann man dann auch Dokumente hochladen und ein Anschreiben einfügen.

Die Funktion „Jetzt bewerben“ stutzt den bisher bekannten Bewerbungsprozess radikal zurecht. Hier genügen einige wenige Informationen (konkret sind dies: eine Arbeits- und eine Ausbildungserfahrung plus Telefonnummer), und schon kann die Bewerbung abgeschickt werden. Anschreiben oder Zeugnisse sind in diesem ersten Schritt irrelevant. Die Recruiter prüfen dann, ob der Kandidat aufgrund seiner gemachten Angaben in Frage kommt und kontaktieren ihn schließlich, um die weiteren Schritte zu besprechen.

Das Menü

Menü der Allianz Mobile Recruiting-Lösung

Menü der Allianz Mobile Recruiting-Lösung

Besonders erwähnenswert ist hier, dass man sich entweder mit seinen vom Desktop bekannten Daten einloggen oder sich eben neu übers Handy/Tablet registrieren, sprich ein Kandidaten-Profil anlegen kann. Und ja, soviel kann ich anhand vorliegender Daten schon sagen: Die Nutzer legen sich ihr Bewerberprofil tatsächlich mobil an.

Sobald man angemeldet ist, hat man auch Zugriff auf die Bereiche „Persönliche Daten“, „Lebenslauf“, „Dokumente“ und „Bewerbungen“. Bei den beiden ersten kann der Bewerber nun einige Informationen eingeben, die natürlich 1:1 auch ins Desktop-System übertragen werden.

Die Bereiche "Persönliche Daten" und "Lebenslauf" in der Allianz Mobile Recruiting-Lösung

Die Bereiche „Persönliche Daten“ und „Lebenslauf“ in der Allianz Mobile Recruiting-Lösung

Leider ist es aktuell noch nicht möglich, Dokumente wie Zeugnisse, Empfehlungsschreiben oder PDF-Anschreiben ins mobile System hochzuladen (wobei hier die Frage wäre, ob das überhaupt nötig ist …). Auf dem Desktop-System hochgeladene Dateien können jedoch auf dem Mobilgerät betrachtet werden.

Zahlreiche Dateiformate können im Mobile ATS der Allianz angezeigt werden.

Zahlreiche Dateiformate können im Mobile ATS der Allianz angezeigt werden.

Sicherlich am Spannendsten ist jedoch der Bereich „Bewerbungen“. Hier sehe ich als Kandidat nicht nur, für welche Positionen ich mich bisher beworben habe oder ich mich noch bewerben möchte (Stichwort „Bewerbung vorbereiten“), sondern kann den aktuellen Status meiner Bewerbungen auch jederzeit einsehen.

Des Weiteren kann ich begonnene Bewerbungen löschen, eingereichte Bewerbungen zurückziehen und generell mir jede Bewerbung nochmals genau ansehen. Dazu schickt das mobile System eine E-Mail samt Link, der zu der jeweiligen Bewerbung im Desktop-System verweist. Hinweis: Der Screenshot zeigt Einträge aus unserer Test-Umgebung.

Von vielen Bewerbern gewünscht: das Einsehen des Bewerbungsstatus' auf dem Mobilgerät (Screenshot entstammt der Test-Umgebung!)

Von vielen Bewerbern gewünscht: das Einsehen des Bewerbungsstatus‘ auf dem Mobilgerät (Screenshot entstammt der Test-Umgebung!)

So viel zunächst zu den Grundfunktionen des Mobile Recruiting Systems der Allianz Group. Für die Zukunft warten bereits weitere Aufgaben im Hinblick auf die Optimierung der Mobile Candidate Experience auf uns. Die oben angesprochene Integration von Xing, LinkedIn und Facebook zwecks Datenparsing ist sicherlich eine davon. Nicht zuletzt wird es außerdem auf das Feedback und Nutzerverhalten der Kandidaten ankommen. Hierüber gewonnene Erkenntnisse fließen dann ebenso in die Weiterentwicklung des Tools ein wie die Rückmeldungen unserer weltweit verstreuten Recruiter, die täglich SAP eRecruiting nutzen.

In den kommenden Wochen und Monaten kommen sicherlich noch ein paar Unternehmen hinzu, die bereits jetzt an einer Mobile Recruiting-Lösung arbeiten. Man hört hier ja einiges zwitschern. Dennoch bin ich vor allem gespannt, ob der „Allianz-Weg“, Einfluss auf die Unternehmen hat, die sich bislang noch nicht entschieden haben, wie es mit ihrem eRecruiting-System bzw. Stellenmarkt mobil weitergehen soll.

Im Übrigen gibt es zum Mobile Recruiting System der Allianz auch eine entsprechende Pressemitteilung, inkl. Statements des Chief Human Ressources Officers Christian Finckh.

Ach ja, und wer sich das Ganze in Bewegtbild betrachten möchte, hat hier die Möglichkeit dazu:

13 Kommentare leave one →
  1. 28. Oktober 2013 2:44 pm

    Hat dies auf hzaborowski rebloggt und kommentierte:
    Das dürfte ein gutes Vorbild für Mobile Recruiting werden! Glückwunsch an die Allianz Gruppe!

  2. 4. Dezember 2013 7:01 pm

    Schöner Artikel, danke und viel Erfolg!
    Was die Erwartungen der jungen Bewerber in Deutschland betrifft, sehe ich das allerdings etwas differenzierter als Sie. In Grossbritanien oder USA ist die Nachfrage nach mobilen Recruiting Lösungen stark. In Deutschland ist es noch nicht so. Gerade Studenten sind im Bewerbungsverhalten eher konservativ, und man muss diese Zielgruppe sozusagen noch zu seinem Glück zwingen :)

Trackbacks

  1. eAssessment, SelfAssessment & Employer Branding Blog » Blog Archive » Die aktuelle Debatte um Mobile Recruiting – ein Plädoyer für eine sachliche und vor allem differenzierte Diskussion
  2. Mobile Recruiting ist wie Müsli - personalblogger
  3. Lost & Found 16: Neue Top-HR-Links aus dem Social Web - Human Resource-Blog
  4. Total daneben mit mobile Recruiting und Smartphone Bewerbung? | Online-Recruiting.net
  5. Recrutainment Blog » Blog Archive » Bewerber wollen es einfach, (noch) nicht unbedingt mobil… Interview mit Prof. Daniela Eisele über die Online-Bewerbungsstudie 2013
  6. saatkorn. Bloggogramm # 1: Employer Branding und Personalmarketing Highlights 2013 | saatkorn.
  7. Potentialpark Award Ceremony 2014 – der Nachbericht | soziales Brand: Marken
  8. HR Barcamp 2014: One-Click Bewerbung, heißer Scheiß für Personaler und das total verrückte HR-Taxi
  9. Mobile Recruiting funktioniert …. (noch) nicht – oder warum Mobile Recruiting wie Opel ist | soziales Brand: Marken
  10. [Interview] Mobile Recruiting bei der Allianz: "Mentale Hürden abbauen!" | mobile zeitgeist
  11. Mobile Recruiting – wenig mobil | MedicalTopjobs Blog

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: