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Virals – Gimmick oder Mehrwert?

5. September 2010

Nachdem in den vergangenen Tagen das wirklich gelungene Viral-Video von Tipp-Ex seinen Siegeszug durch Twitter und Facebook (und ungezählte Blogs) antrat, erinnerte ich mich wieder an das noch gar nicht so alte OTTO-Personalmarketing-Viral So schnell wird man Chef.

Ich finde beide Virals sehr gut gemacht, sie machen Spaß und bieten definitiv Anreize, diese zu verbreiten und darüber zu diskutieren (bei Tipp-Ex ist es die Suche nach den „Verben“, bei OTTO das Verwenden von Fotos von Freunden). Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass das Tipp-Ex-Viral in einigen Wochen dasselbe Schicksal zuteil wird wie dem OTTO-Viral. Es wird vergessen. Warum ich das glaube? Aus zwei Gründen:

  1. Ein Video bietet von Natur aus keine großen Interaktionsspielraum. Wenn dem so wäre, wäre es ein Video-Spiel.
  2. Es bietet für mich als potenziellen Bewerber (beim OTTO-Viral) schlicht keinen Mehrwert. Oder zumindest nur einen sehr eingeschränkten.
Was nützen Virals im Personalmarketing?, sxc.hu, gerard79

Was nützen Virals im Personalmarketing?, sxc.hu, gerard79

Aber ist es nicht so, dass das einer der großen Pluspunkte von Social Media (Personalmarketing) ist? Mehrwerte durch Interaktion, durch Austausch, durch Infos, die man sonst nur schwer bekommt, zu schaffen?

Natürlich ist das OTTO-Viral darauf ausgelegt, das Image des Traditionsunternehmens (als Arbeitgeber) aufzupolieren. Ich frage mich jedoch, ob hier das Verhältnis zwischen monetärer Aufwendung und Image-Effekt ausgewogen ist. Für lau wird das elbkind wohl nicht getan haben ;-)

Hätte man das Geld also vielleicht eher in eine mehr auf Dialog ausgelegte Social Media-Maßnahme investieren sollen? Oder in eine Maßnahme, die schlicht mehr vom Unternehmen, den Mitarbeitern, der Kultur von OTTO zeigt? Ich persönlich fände es zum Beispiel sehr cool, wenn man die Idee der Video in Print-Broschüre auf das Personalmarketing überträgt (trotz der Kritik des Basic Thinking-Blogkommentars …). Das geht dann schon in Richtung der Spannenden Jobs der Allianz. Da ist zwar auch kaum Interaktivität vorhanden, dafür bekommt der User – aus meiner Sicht – tatsächlich einen ersten guten Einblick ins Unternehmen.

Weshalb ich so skeptisch bin, erklärt sich vielleicht aus der Tatsache, dass ich oftmals von Studierenden (auf Messen oder in Communities) höre, dass die Informationssuche zu Arbeitgebern eben nur selten über Social Media geschieht. Viele haben die vielfältigen Bemühungen der deutschen Konzerne und Unternehmen noch gar nicht auf dem Schirm. Das heißt, wir müssen alle noch viel mehr Aufklärungsarbeit leisten.

Und dabei müssen wir uns einer Sache ernst annehmen: Den Zielgruppen vermitteln, dass für uns Social Media eben KEIN weiterer „Marketing-Kanal“ ist, durch den wir geschönte Infos an potenzielle Bewerber herantragen; sondern Social Media für uns bedeutet, in einen ernsthaften und realistischen Austausch mit ihnen zu treten.

2 Kommentare leave one →
  1. 13. September 2010 7:42 pm

    Hallo Dominik,

    auch ich musste vor kurzem wieder die Erfahrung machen, dass Social Media bei Studierenden und Praktikanten noch nicht richtig angekommen ist. Für sie sei Facebook einfach privat und in erster Linie fürs Networking und Plaudern mit Freunden und Bekannten gemacht. Über Arbeitgeber, Praktika usw. würden sie sich eher auf den jeweiligen Unternehmens-Webseiten oder aber auf „neutralen“ Informationsseiten informieren (z.B. e-fellows, Sueddeutsche, o.ä.). Das passt auch wieder zur Suppenthese, die Robindro Ullah beschrieben hat.

    Ich sehe einen Ansatz darin, Angebote auf der Unternehmenshomepage zu bündeln und dort mittels Erfahrungsberichten usw. Lust auf Kontakt zu Nicht-Personalern zu machen. Da stünde HR wiederum als Broker für Kontakte zur Verfügung und müsste vor allem nach innen aktiv werden.

  2. Dominik permalink*
    17. September 2010 1:11 am

    Hi Gunnar,

    dank dir für Deinen Beitrag. Ich denke, dass du da einen wichtigen Punkt ansprichst: Wir müssen die Studierenden/Absolventen langsam dafür sensibilisieren, dass Social Media nicht nur für das Private, sondern auch für das Berufliche relevant sein kann.

    Und da die erste Anlaufstelle zu Informationen über Arbeitgeber deren Web-Auftritte sind, müssen dort auch die jeweiligen Social-Media-Maßnahmen des Arbeitgebers und der Nutzen für die potenziellen Bewerber transparent und ansprechend abgebildet werden.

    Viele Grüße
    Dominik

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