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U-Bahn Personalmarketing

1. September 2010

Ich fahre pro Tag ca. 45 Minuten U-Bahn. Diese Dreiviertelstunde vertreibe ich mir, indem ich ein Buch lese, Musik höre oder über die Arbeit grüble. Heute war (wieder mal) so ein Tag, an dem ich 1. kein Buch bei mir hatte (naja, ich hatte Luhmann Lektüren in der Tasche, was aber definitiv kein Buch für die U-Bahn ist. Ich brauche da mehr Ruhe …), 2. mein iPhone kurz davor war, seinen Geist aufzugeben und ich 3. absolut keine Lust hatte, mir über die Arbeit den Kopf zu zerbrechen.

U-Bahn Personalmarketing

Die U-Bahn als Personalmarketing-Werbefläche, sxc.hu, Thoursie

Was also tun? Richtig, die U-Bahn-Werbung im Abteil anschauen. Nicht dass es mir nicht schon ein paar Mal aufgefallen wäre, aber heute war es nicht zu übersehen: Ich schätze, dass ca. 90 Prozent der gesamten Werbung in meinem Abteil dem Personalmarketing zuzurechnen war. Von folgenden Unternehmen waren solche „Poster“ (oder wie nennt man diese länglichen Aufkleber?) zu sehen:

Die restlichen zehn Prozent setzten sich aus Werbung für die FOM (Hochschule für Ökonomie und Management), einem Personaldienstleister und Reklame für den Orient zusammen.

Und was das nun mit Social Media zu tun hat? Nichts. Nicht mal der QR-Code, den man auf dem Poster der Stadtwerke München mit seinem iPhone abfotographieren konnte. By the way: Ein QR-Code in diesem Umfeld macht ungefähr so viel Sinn wie ein QR-Code auf einem Heißluftballon – nämlich keinen.

Dennoch: Gerade in Zeiten, in denen man als Personalmarketer das Gefühl hat, die Welt bestünde nur noch aus Social Media, würden morgen alle PDF-Lebensläufe, die die Bewerber zuvor über Facebook hochgeladen haben, mittels eines ständig dazulernenden Parsers in den unternehmenseigenen Talent-Pool in die richtigen Kategorien fließen oder man ohne iPad am Messestand schief angeguckt, tut so eine Beobachtung richtig gut.

Klassische Werbung. Ein schnittiges Bild. Ein einladender Spruch (Kompliment an die Stadtwerke – für jeden beworbenen Ausbildungsberuf gibt es einen eigenen. Der übergreifende Claim gefällt mir zudem auch: „Helden gesucht“). Eine (Internet-)Adresse. Aus die Maus. So einfach kann’s sein. Und es ist Print. Und es wirkt. Das beweist derzeit auch ERGO mit einer langsam schon penetrant wirkenden Plakat- und Litfaßsäulenwerbung. Apropos: Der Spruch mit den „grauen Herren“ ist super. Wie viel Lizenzgebühr das wohl bei der VG Wort gekostet hat?

In diesem Sinne: Print ist nicht tot. Es lebt. Lasst es uns also sinnvoll mit Online- und Social Media-Maßnahmen für’s Personalmarketing nutzen!

P.S. Eines ist mir bei den Stadtwerken München aber ein Rätsel: Warum geht man auf der Karriereseite mit keinem Wort auf den „Helden gesucht“-Aufruf ein? Während die U-Bahn-Werbung ziemlich frisch und jugendlich daherkommt, wirkt die Karriereseite genauso wie ich sie mir im Vorfeld vorgestellt hatte: langweilig. Schade. Was aber auch bedeutet: Hier ist noch jede Menge Luft nach oben!

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