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Agenturen aufgepasst: ImmobilienScout 24 nutzt Crowdsourcing-Plattform für Employer-Branding-Kampagne

8. September 2011

Kampagnen können richtig teuer sein – das gilt gleichermaßen für das Produkt- wie für das Personalmarketing. Das liegt nicht nur an den umfassenden Mediaplänen für die Print- und Online-Kommunikation, sondern in einem ersten Schritt vor allem auch an den Konzeptionskosten für die eigentliche Kampagnenidee. Und diese erstellen meist Agenturen – dort liegt schließlich viel kreatives Potenzial. Könnte man meinen. Meint ImmobilienScout24 auch.

ImmobilienScout24 - per Crowdsourcing auf der Suche nach neuem Arbeitgeberprofil

ImmobilienScout24 - per Crowdsourcing auf der Suche nach neuem Arbeitgeberprofil

Nichtsdestotrotz geht das Online-Unternehmen einen neuartigen Schritt bei der Entwicklung einer Employer-Branding-Kampagne: Es holt im großen Maßstab die eigenen Zielgruppen mit an Bord. Die Nutzer der Kollaborationsplattform Jovoto sollen für ImmobilienScout24 Ideen, Konzepte und Anregungen für die zukünftige kommunikative Ausrichtung der Arbeitgebermarke erarbeiten. Natürlich nicht komplett umsonst, die „besten“ 15 Einreichungen erhalten Geldpreise, aber dennoch für weit weniger als eine Werbeagentur verlangen würde und könnte. Von etwaigen Folgekosten, sollte man kein Buy-Out vereinbart haben, mal ganz abgesehen. Eine der Zielsetzung von ImmobilienScout24: die Generierung von Print-Anzeigen. Warum dafür ausgerechnet eine Online-Crowdsourcing-Plattform prädestiniert sein soll, erklärt Lars Schmidt, Personalleiter bei ImmobilienScout24 im Interview. Und überrascht dann noch mit der Ankündigung eines Corporate Blogs. Viel Spaß beim Lesen!

Lars Schmidt - Personalleiter ImmobilienScout24

Lars Schmidt - Personalleiter ImmobilienScout24

Herr Schmidt, traditionell werden Employer-Branding-Kampagnen inhouse bzw. mit oder von Agenturen entwickelt. Sie lassen das ganz Web 2.0-mäßig von Usern der Plattform Jovoto erledigen …

Durch die Zusammenarbeit mit Jovoto versprechen wir uns eine Fülle von neuen, kreativen Ideen, die uns helfen werden, ImmobilienScout24 auch am Arbeitsmarkt den Stellenwert zu verschaffen, den wir als Marke rund um Immobilien bereits besitzen. Die Aussicht eine große Zahl von Kreativen auf der Jovoto-Plattform für diesen Prozess gewinnen zu können, ist außerordentlich reizvoll. Zudem bietet uns der Pitch die Möglichkeit, ImmobilienScout24 als innovativen Arbeitgeber unter vielen kreativen Köpfen zu positionieren. Damit zahlt bereits die Kreation der Personal-Image-Kampagne auf unsere Employer-Branding-Maßnahmen ein.

Benötigt ImmobilienScout24 denn so viele „kreative Köpfe“? Man könnte vermuten, dass eher die klassischen BWLer, Vertriebler oder ITler bei Ihnen gefragt sind.

Neben diesen klassischen Berufsbildern existieren in einem innovativen Online-Unternehmen mit 500 Mitarbeitern zahlreiche Möglichkeiten, sich kreativ zu betätigen. Dazu zählen zum Beispiel unsere Produktdesigner, Layouter, User-Experience-Experten und Marketingspezialisten. Ebenso fördern wir Quereinsteiger: Nicht zuletzt war einer unserer leitenden Interaktionsdesigner vor seiner Zeit bei ImmobilienScout24 als klassischer Architekt tätig. Die Grenzen für „kreative Köpfe“ sind fließend, ihnen werden in unserem Unternehmen zahlreiche Einsatzmöglichkeiten nach ihren Fähigkeiten geboten.

Wir glauben an den Crowdsourcing-Gedanken.

Wenn man böse wäre, könnte man den Verdacht haben, Sie sind nicht nur auf der Suche nach kreativen Lösungen, sondern möchten vor allem Geld sparen. Schließlich sind Agentur-Kampagnen nicht gerade günstig …

Selbstverständlich treiben wir das Thema Employer Branding auch inhouse und mit Bordmitteln voran. Wir arbeiten dennoch seit Jahren gern und intensiv mit renommierten Agenturen zusammen –  immer dann, wenn es für die Aufgabe Sinn macht. Die Erfahrungen damit sind überwiegend positiv und wir würden auf diese Ressource nicht verzichten wollen. Jovoto hat uns in der Employer-Branding-Kampagne gerade deshalb begeistert, weil hier Synergien zwischen der Erstellung der Kampagne selbst und einer konkreten Employer-Branding-Maßnahme entstehen. Wir glauben an den Crowdsourcing-Gedanken. Zudem erhoffen wir uns ein Höchstmaß an Authentizität, indem die Kampagne von Personen aus der Zielgruppe selbst entworfen wird.

Setzen Sie die Siegeridee 1:1 um? Wie können Sie sich sicher sein, dass die Arbeitgeber-Botschaften, die die extern erdachte Kampagne vermittelt, die Zielgruppen auch erreicht?

Zunächst einmal handelt es sich bei dem Jovoto-Projekt auch für uns um Neuland. Da uns das Konzept der Plattform begeistert hat, wollten wir es unbedingt auch praktisch ausprobieren. In dem Contest wird einerseits eine Siegeridee durch die Community gekürt. Da diese Siegeridee tatsächlich den ersten Preis verdienen und trotzdem nicht direkt zu unserer Marke und der beabsichtigten Botschaft passen kann, wird die Umsetzungsidee von einer Jury aus unserem Hause separat gewählt. Auf diese Weise gewinnt sowohl die kreativste als auch die für unsere Zwecke passendste Idee. Wir lassen uns von den Einsendungen überraschen und bisher sind doch schon sehr vielversprechende Resultate zu verzeichnen!

Das Projekt besitzt Experimentalcharakter (…).

Was soll denn am Ende für Sie „herausspringen“? Wonach suchen Sie genau?

Wir suchen nach einem Konzept für eine Gesamtkampagne mit einem klaren Fokus auf Print- und Online-Anzeigen. Wir sind jedoch auch für neue Ideen sehr offen und freuen uns über ausgefallene Marketing-Maßnahmen. Das Projekt besitzt Experimentalcharakter und wir sehen seine besondere Kraft in den bereits angesprochenen Synergien zwischen dem zu produzierenden Ergebnis und der Wirkung des gewählten Ansatzes.

Denken Sie nicht, dass sich eine Plattform, die auf Online-Zusammenarbeit setzt, eher dafür geeignet wäre, eine Social-Media-Personalmarketing-Kampagne zu entwickeln?

Jovoto verfolgt in unseren Augen einen überzeugenden Dienstleistungsansatz und bietet auch seinen „Produzenten“ eine attraktive Plattform der Darstellung und Kreativitätsmöglichkeiten. Gern geben wir diesem Modell eine Chance.

Sie dürfen sich demnächst auf ein Corporate Blog freuen, in dem auch Personalthemen (…) behandelt werden.

Der Weg, auf einer „Social-Collaboration-Plattform“ nach Impulsen für das eigene Employer Brandung zu suchen, ist neu. Neu ist aber auch, dass ImmobilienScout24 als Arbeitgeber im Social-Media-Bereich auftritt. Denn bisher behandelt Ihr Unternehmen das Social Web aus Personalmarketing-Sicht ja eher stiefmütterlich. So verweisen Sie auf Ihrer Karriereseite ausschließlich auf die Corporate-Accounts auf Facebook, Twitter oder auch YouTube. Können wir also dahingehend in Zukunft auch mehr erwarten?

Neben den erwähnten Kanälen dürfen Sie sich demnächst auf ein Corporate Blog freuen, in dem auch Personalthemen neben vielen anderen relevanten Themen behandelt werden. In den Corporate-Accounts finden sich Meldungen wie die Ernennung von ImmobilienScout24 zu einem von Deutschlands besten Arbeitgebern 2011 und der Erhalt von Gütesiegeln wie „Fair Company“ und „Great Place to Work“®. Zudem werden Stellenanzeigen aktiv auf passende Tweets hin getwittert. Auf dem Facebook-Profil findet sich ein separater Reiter zu tagesaktuellen Stellenangeboten und auch auf dem Xing-Arbeitgeberprofil werden personalbezogene Themen behandelt. Ein Stellen-RSS-Feed steht ebenfalls zur Verfügung. Wir werden dieses Thema auch in Zukunft gezielt weiter ausbauen.

ImmobilienScout24 auf Facebook

ImmobilienScout24 auf Facebook

Nochmals zurück zur Jovoto-Aktion: Wann können wir die ersten Print- und Online-Maßnahmen, die daraus hervorgehen, erwarten?

Die Kampagne endet am 8. September 2011. Bis dahin freuen wir uns auf spannende Einreichungen. Wir werden uns Zeit nehmen, alle Beiträge gewissenhaft zu sichten. Dabei sind wir bisher an keine Deadline gebunden. Da es ein Pilotprojekt ist, können wir noch auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen. Halten Sie einfach die Augen offen…

Herr Schmidt, vielen Dank für Ihre Zeit und das Gespräch!

Hier geht’s übrigens zur offiziellen Pressemitteilung von ImmobilienScout24.

Ein Dank geht im Übrigen an Matthias Mäder, über dessen Blogpost ich auf das Thema aufmerksam wurde. Ebenso ein Dank und Gruß an die Kolleginnen und Kollegen in der Pressestelle von ImmobilienScout24, die schnell und kompetent unterstützt haben.

One Comment leave one →
  1. 12. Mai 2014 10:16 am

    Hallo,

    hier noch eine Video Crowdsourcing-Plattform, die Filmemacher und Marken zusammenbringt, um gemeinsam innovative Videoinhalte zu produzieren. http://www.crevideo.de

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