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Neues kununu-Ranking zeigt noch besser die „tatsächliche“ Arbeitgeberattraktivität

29. Juli 2011

Kaum hatte ich Anfang Juli in meinem Blogpost Arbeitgeberattraktivität – das Image als Trugschluss einen Vergleich der Unternehmensplatzierungen zwischen dem aktuellen Arbeitgeber-Ranking von trendence und der führenden Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu.com angestellt, stellten die Poredas, die kununu-Gründer, das dortige Bewertungssystem auf den Kopf. Grund genug, eine Anpassung an meinem Ranking-Vergleich vorzunehmen.

Vor drei Wochen hatte ich die Platzierungen, die die Top-20-Arbeitgeber im trendence Absolventenbarometer (Business-Edition 2011) erreichen mit der durchschnittlichen Bewertung  verglichen, die eben diese Unternehmen bei kununu.com erzielen. Anhand dieses Zahlenwertes erstellte ich ein „kununu-Ranking“ dieser Top-20-Employer und siehe da: Die Nummer 1 bei trendende ist nicht die Nummer 1 bei kununu, die Nummer 2 ebenso so nicht etc. pp. Auch die Allianz, die Platz 46 unter der „Beliebtheit“ bei Absolventen der Wirtschaftswissenschaften belegt, hatte ich – allein schon aus beruflichem Interesse – mit in den Vergleich genommen. Ich hatte bereits den Verdacht, dass die Bewertung der Allianz als Arbeitgeber durch momentane und ehemalige Mitarbeiter besser ist als das Image, das der Münchner Finanzdienstleister als Arbeitgeber unter Hochschülern genießt. Aber dass die Allianz dann auf Platz 3 des kununu-Rankings springt, überraschte mich dann doch (positiv).

Nun flossen in die numerische Bewertung auf kununu.com zu 30 Prozent auch immer Benefits ein, die ein Unternehmen den Mitarbeitern gewährt. Gab man bei der Bewertungsabgabe eine solche Arbeitgeber-Dienstleistung an, beeinflusste das die Bewertung zum Positiven. Problem: Gab jemand ein Benefit an, das zwar für ihn galt, für einen Teil seiner Kollegen aber nicht galt (Dienstwagen, Boni etc.), verzerrte das natürlich im Vergleich die Bewertungen. Also entschloss sich kununu, den Einfluss der „reinen“ Punktebewertungen zu stärken:

Der „TOP COMPANY“ Status berechnet sich ausschließlich auf Basis der auf kununu.com abgegebenen Bewertungen und ohne Einfluss der angegebenen Benefits.

Bedeutet im Klartext: Der durchschnittliche Arbeitgeberwert stellt noch deutlicher heraus, wie wohl sich (Ex-)Mitarbeiter im Unternehmen fühlten.

Und die Auswirkungen auf den trendence-kununu-Vergleich? Sie sind zum Teil erheblich! Der vorherige kununu-Liebling L’Oréal, der im alten Bewertungssystem immerhin 4,5 von 5 Punkten einheimsen konnte, sackte um 1,5 auf nur noch 3,0 Punkte (jetzt von 6 erreichbaren) ab.

trendence versus kununu - vor und nach dem nach Relaunch von kununu.com

trendence versus kununu - vor und nach dem nach Relaunch von kununu.com (zum Vergrößern klicken!)

Auch die Allianz verlor. Ihr Wert ging von 4,0 auf 3,6 herunter. Aber: Alle (!) Arbeitgeber mussten logischerweise Federn lassen. Nichtsdestotrotz ist das Delta von L’Oréal dramatisch. Zum Vergleich: Die anderen Unternehmen mussten zwischen 0,4 und 0,6 Punkte abgeben.

FAZIT: McKinsey und die Allianz sind trotz ihrs Rufs (McKinsey: Arbeiten bis zum Umfallen, Allianz: langweilige Versicherung) offenbar sehr gute Arbeitgeber, gerade die Allianz spielt ihre Arbeitgeber-Stärke aber anscheinend erst aus, nachdem man sich für das Unternehmen entschieden hat. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Alle anderen Unternehmen sind sicherlich auch hervorragende Adressen. Verhalte ich mich als Arbeitgeber dauerhaft schlecht, wirkt sich das mittelfristig auch auf mein Image und damit auf mein trendence-Ranking aus. Und dort sind die hier aufgeführten Unternehmen schließlich im elitären Kreis der besten 20.

3 Kommentare leave one →
  1. Katrin permalink
    4. August 2011 11:29 am

    Wie seriös kann ein Vergleich mit einem Ranking sein, welches wie bei kununu solch extremen Schwankungen unterliegt, je nachdem wie rum gerechnet wird? Kununu ermittelt doch den Durchschnitt von bspw. 5 oder 500 Bewertungen (vom Werksstudent, Auszubildenden bis hin zum Fabrikarbeiter oder der Leitungskraft)? Kann das vergleichbar sein?

    • Dominik permalink*
      5. August 2011 10:34 am

      Hi Katrin,
      dank dir für deinen berechtigten Einwand. Um es kurz zu machen: Man kann die beiden eigentlich nicht miteinander vergleichen. Schließlich sind Methodik, befragte Personen und Umfang komplett verschieden. Es war aber auch gar nicht meine Absicht, einen empirisch hieb- und stichfesten Vergleich anzustellen. Die Gegenüberstellung sollte nur zeigen, dass es offensichtlich große Unterschiede zwischen „Wahrnehmung eines Arbeitgebers von außen“ und „Wahrnehmung eines Arbeitgebers von innen“ gibt, sprich dass die von trendence in den Medien meist als sattelfest angesehene Arbeitgeberattraktivität eben nur die halbe Wahrheit ist.

      Oder andersherum gefragt: Wie seriös ist ein Ranking wie trendence, das „nur“ die Vermutungen bzw. Einschätzungen von Absolventen zur Arbeitgeberqualität eines Unternehmens misst?

      Viele Grüße
      Dominik

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  1. Arbeitgeberbewertungsplattformen und die statistische Irrelevanz der Subjektivität - Marcus K. Reif

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